Wie schlechte Angewohnheiten zu einer Sucht führen können

Lächelnder Mann.

Heute mal eine persönliche Leidensgeschichte. Meine persönliche Leidensgeschichte der letzten zwei Jahre. Ich leide nämlich seit mehr als zwei Jahren unter Atembeschwerden. Es fing ganz leicht an. Für die 10 km-Strecke mit Aufs und Abs brauchte ich immer knapp eine Stunde, dann plötzlich 5 Minuten länger. Und irgendwann habe ich diese 10 km auch gar nicht mehr geschafft, so sehr war ich außer Atem. Und Spaß gemacht hat das Laufen auch nicht mehr.

Nach einigen Monaten waren dann auch 5 km eine Qual. Der Gang zum Kardiologen. Da muss irgendwas am Herzen kaputt sein. War es aber nicht. Also weiter gelaufen. Und weitere kontinuierliche Verschlechterung. Schweißausbrüche schon bei der Gartenarbeit und anderen leichten Tätigkeiten.

Also wieder zu einem Kardiologen – zu einem anderen dieses Mal. Der wird mir doch jetzt wohl endlich sagen können, was da an meinem Herzen nicht stimmt. Zumal ich nicht das Gefühl hatte, dass irgend etwas an meiner Lunge defekt sein könnte. Der neue Kardiologe meinte allerdings, er könne 100% ausschließen, dass irgend etwas am Herzen für meine Atembeschwerden verantwortlich wäre.

Also zum Pneumologen. Gefühlte 100 Lungenuntersuchungen war ich auch nicht schlauer. Und die Blutwerte waren ebenfalls alle in Ordnung. Da verzweifelt man! Denn mittlerweile begann ich bereits beim normalen Gehen zu schwitzen. Und Wandern in den Alpen im letzten Sommer war eine Qual. Hals-Nase-Ohren-Arzt. Operation der Nasenscheidenwand und Befreiung von einer chronischen Sinusitus. Na bitte, das wird es jetzt aber gewesen sein.

Leider auch nicht. Sogar Treppenstufen im Haus begannen jetzt, anstrengend zu werden. Eine Infektologin fand nichts. Ich begann, mich mit meinem bald bevor stehenden Tod zu beschäftigen. Elendig würde ich auch beim Sitzen auf dem Sofa um Atem ringen und dann irgendwann wäre es vorbei.

Doch plötzlich fand ich die Lösung, bzw. den Grund für meine Luftnot. Durch Zufall im Internet. Kein Arzt kam darauf. Mein Problem war, dass ich paradox atmete. So heißt das wirklich. Ich zog beim Einatmen den Bauch ein und beim Ausatmen drückte ich ihn nach vorn. Das ist natürlich genau das Gegenteil von dem, wie man atmen sollte. Und klar, da hat der Körper deutlich weniger Platz für Luft und Sauerstoff.

Doch warum tat ich das? Ich weiß bis heute nicht, wann das angefangen hat. Aber letztendlich wird der Schlankheitswahn damit zu tun haben. Ich wollte wohl mein kleines Bierbäuchlein verstecken und habe dann beim Einatmen den Bauch eingezogen. So wirkte er flacher. Und das wurde irgendwann unbewusst. Ich habe es gar nicht mehr gemerkt. Und jetzt muss ich mich den ganzen Tag lang auf das richtige Atmen konzentrieren, denn die paradoxe Atmung war für mich normal geworden.

Warum schreibe ich das hier im Blog? Was hat das mit Sucht zu tun? Nun: Es ist ein Beispiel dafür, wie manche schlechte Gewohnheiten sich so tief ins Unterbewusstsein eingraben, dass wir uns dieser schlechten Gewohnheiten überhaupt nicht mehr bewusst sind. Selbst wenn die Welt um uns einstürzt, wir mit katastrophalen gesundheitlichen Konsequenzen zu kämpfen haben und wir dem Tod ins Auge blicken.

Und so ist das auch bei vielen süchtigen Menschen. Der Alkoholkranke, der Spieler, die Essgestörte, der Sexsüchtige… man weiß überhaupt nicht, warum man so ist, wie man ist. Warum man an den Problemen leidet. Was da im Unterbewusstsein schief läuft. Man wünscht sich so sehr, dass man damit aufhört, dass “es” endlich aufhört. Aber man findet nicht die Lösung.

Gut, es gibt unser Sucht-Selbsthilfe-Programm, mit dem man genau die ganzen unbewussten Gründe für die Sucht finden kann. Aber bei den Atemproblemen hatte ich solch ein Programm nicht. Doch ich blieb am Ball. Selbst wenn mir kein Arzt helfen konnte, gab ich nicht auf und habe Stunden – ach was – Tage ! damit verbracht, selber Kardiologe, Lungenarzt, Neurologe und was sonst noch zu spielen und die Ursache meines Problems zu finden. Irgendwann hatte ich sie dann tatsächlich auch aufgespürt.

Also bleibt bitte am Ball! Nicht aufgeben und immer tief in sich hineinhören, was da falsch läuft. Fast nie sind es oberflächliche Dinge, die einen völlig aus der Bahn werfen. Und man ist auch nicht wirklich Schuld daran. Klar macht man kleine Fehler – so wie ich, der nicht zu seinem Bierbäuchlein stehen wollte. Doch wegen solch kleiner Dinge hat man noch lange keine lebensbedrohlichen Atemprobleme oder eine Alkoholsucht oder eine Bulimie oder sonstige Abhängigkeiten verdient. Man ist deshalb kein schlechter Mensch. Vor allem, weil man ja will, dass das Problem weg geht. Nur dass man nicht weiß, wie.

Frank Lavario, Autor der Lavario Methode

Ein Blog über Sucht und Tipps, was man gegen Sucht tun kann.

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